Ausstellung

„Ertragen können wir sie nicht” Martin Luther und die Juden

Wanderausstellung anläßlich des Reformationsjubiläums 2017

Ev.-Luth. Christuskirche Hamburg-Wandsbek

Schloßstr. 78 · 22041 Hamburg
Grafik: Christiane Wenn

„Sine vi, seb verbo“ – „Nicht mit Gewalt, sondern mit dem Wort“ solle ein Christ theologische Auseinandersetzungen führen, hat Martin Luther gefordert. Doch wie passt seine eigene Haltung zu den Juden zu diesem Postulat? Diese Frage stellt sich nicht nur historisch, sondern auch ganz aktuell für die Begegnung mit anderen Religionen.

Luthers „Empfehlungen“ zum Umgang mit den Juden, die er 1543 in seiner Schrift „Von den Juden und ihren Lügen“ abgab, lesen sich wie eine Anstiftung zum Pogrom. Zeit seines Lebens ging der Kirchenmann davon aus, dass das Judentum verblendet ist und einer Irrlehre anhängt. Zu Beginn seines Wirkens versucht Luther noch, die Juden mit freundlicher Umwerbung „zu Christus“ zu bringen. Zum Ende seines Lebens aber fordert er die Obrigkeit geradezu zur Gewaltanwendung auf.

Die Ausstellung „Ertragen können wir sie nicht – Martin Luther und die Juden“ will in­formieren und zu einer umfassenden Auseinandersetzung anregen. Das Reformati­onsjubiläum kann auf diese Weise einen Lernprozess befördern, der für das Zusam­menleben in einer globalisierten Welt unverzichtbar ist.