Bugenhagenkirche Barmbek

  • Vorderansicht der Bugenhagenkirche in Barmbek
  • Vorderansicht der Bugenhagenkirche in Barmbek

Anlässlich des 400-jährigen Reformationsjubiläums in Hamburg erhielt die Kirche ihren Namen nach dem Reformator Johannes Bugenhagen. Fünf Skulpturen an der Kirchenfront stellen Bugenhagen, Kempe, Ziegenhagen sowie die Hamburger Oberalten Wegedorn und Johann Wetken dar, die maßgeblich an der Einführung des Protestantismus in Hamburg beteiligt waren.

Monumental wirkt diese Kirche, ein architektonisches Ausrufezeichen, weit entfernt von jeder Zaghaftigkeit. Am 10. März 1929, dem 400. Jahrestag der Einführung der Reformation in Hamburg, wurde in Barmbek eine Backsteinkirche eingeweiht, über deren Entwurf der Architekt Emil Heynen „Eine feste Burg“ geschrieben hatte. Benannt nach dem Luther-Freund Johannes Bugenhagen, der in Hamburg die Reformation organisiert hat, ist die Kirche ein unübersehbares Reformationsdenkmal im Arbeiterviertel Barmbek, sie ist zugleich „eines der originellsten Baudenkmäler der hamburgischen Neuzeit“, wie eine Zeitung zur Eröffnung urteilte.

Wahrzeichenhaft wirkt die dem Biedermannplatz zugewandte Fassade, in deren dunklem Backstein die kleinen Fenster schießschartenartig anmuten. Als einziger Schmuck stehen fünf monumentale Plastiken über der Eingangsfront: in der Mitte die von Richard Kuöhl geschaffene Bugenhagenfigur, die von vier Persönlichkeiten der Reformationszeit gerahmt wird. Dabei handelt es sich, von links gesehen, um den Reformator Stephan Kempe, Bürgermeister Johann Wetken, den Oberalten Joachim Wegedorn und Pastor Johann Ziegenhagen. Diese Figuren sind Werke der Bildhauer Friedrich Wield und Alphons Ely.

Für die Hamburger Öffentlichkeit recht unerwartet gab die Gemeinde im Herbst 2003 bekannt, die Kosten für das Bauwerk nicht mehr tragen zu können. 2004 wurde die Kirche geschlossen und nur noch zeitweise für Theateraufführungen genutzt. Nach Jahren des Leerstands wird auch der Kirchensaal seit 2007 wieder für Gottesdienste genutzt, und zwar von der bulgarisch-orthodoxen Kirchengemeinde Heiliger Kyrill und Heiliger Methodius in Hamburg.


Text: Matthias Gretzschel