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DER FALL SOLA. Neueste Sendbriefe vom Dolmetschen

Performance für Instrumentalensemble, Sprecherin, Live-Zeichner und Chor

Kirche in Flottbek

Bei der Flottbeker Kirche 2 · 22607 Hamburg

Das Ensemble LIQUID PENGUIN stellt zum 500jährigen Reformationsjubiläum 2017 seine neueste Performance vor:


DER FALL SOLA

Neueste Sendbriefe vom Dolmetschen Sprachmusikalische Performance für vier Instrumentalist/innen, Sprecherin, Live-Zeichner und Chor (Mitglieder der
Flottbeker Kantorei und des Kammerchors) 

Inspiriert von Luthers „Sendbrief vom Dolmetschen“ entwickelt das Liquid Penguin Ensemble ein Übersetzungsspiel, das den Bogen von der Zeit der Reformation bis in unsere vielsprachige europäische Gegenwart schlägt. Martin Luther hat vor 500 Jahren die Bibel in verständliche deutsche Sprache übersetzt. Man sollte die Bibel als Buch mit Inhalt verstehen können. Sie sollte nicht länger allein ein Gegenstand der Verehrung sein, bei dem auch die Wortfolge zum göttlichen Geheimnis zählt. Übersetzen ist immer auch Verhandlungssache, denn eine völlig deckungsgleiche Übersetzung kann es nicht geben. Wir rollen in der Performance Luthers „Fall sola“, der sich um eine notwendige übersetzerische Freiheit dreht, die Luther in seinem Sendbrief mit energischen Worten verteidigt, mit künstlerischen Mitteln neu auf. Suchen nach und spielen mit den Bedeutungen des Wörtchens „sola“, „allein“, im Deutschen und sehen, was andere Sprachen an Schattierungen dafür bereithalten. Wir übersetzen den Klang der Worte in Musik, Kompositionen erklingen, die auf diesem schillernden Wechselspiel von Musik und Wort basieren: vier Musiker agieren dafür mit Streichinstrumenten und Flügel. Per Einspielung sind Übersetzer und Dolmetscher in unseren Verhandlungsraum zugeschaltet, als Zeugen und als Disputanten, die uns Bedeutungen und Klänge fremder Sprachen zutragen. Die werden von Sprecherin, Musikern und dem live-Zeichner aufgenommen, verhandelt und untereinander weiterübersetzt: Klangspiele, Wortspiele, Zeichenspiele füllen den Raum. Und schließlich hat der „Chor der Übersetzer/innen am Europäischen Gerichtshof“ noch seinen Auftritt (dargestellt wird er von der hiesigen Kantorei). Denn wir verhandeln noch einen zweiten „Fall“, einen aus unseren vielsprachigen Tagen: Wie wäre wohl vorzugehen, wollte man die europäische Hymne, die als instrumentales Werk festgelegt ist, mit einem Text unterlegen, der alle 24 Amtssprachen der Europäischen Union abbildet?